Royal Jeu de Paume: der mittelalterliche Sport, der das moderne Tennis hervorbrachte

Lange bevor der Jubel von Centre Court oder das Prestige von Grand-Slam-Titeln existierte, bewegte sich Tennis in einem anderen Rhythmus. Es hieß Jeu de Paume und in den hallenden Innenhöfen von Klöstern und Palästen legte es das Fundament für den Sport, den wir heute kennen.

Vintage illustration of a real tennis match in an indoor court, Paris, 17th century.

Das Spiel entstand im Frankreich des zwölften Jahrhunderts, wo Mönche auf der Suche nach körperlicher Abwechslung zwischen Gebet und Studium einen handgefertigten Ball mit bloßen Händen hin und her schlugen. Daher der Name: das Spiel der Handfläche. Was als meditative Beschäftigung begann, entwickelte sich rasch weiter. Spieler banden ihre Hände zum Schutz ein, wechselten dann zu hölzernen Schlägern und schließlich zu einfachen, mit Darmsaiten bespannten Rackets. Diese allmähliche Entwicklung von Handfläche zu Schläger und schließlich zu Racket prägte den Übergang von Jeu de Paume zu modernem Tennis.

Im siebzehnten Jahrhundert fand das Spiel schließlich seinen Weg in die königlichen Höfe. Der französische Adel nahm Jeu de Paume als Symbol für Raffinesse und elitäre Kultur an. Gespielt in großen, geschlossenen Hallen mit kunstvollen architektonischen Details wurde es zu einer Inszenierung von Können und gesellschaftlichem Status. Könige, Höflinge und Aristokraten spielten auf Kalksteinböden unter Holzbalkendecken und machten jede Partie zu einem Schauspiel aus Eleganz und Kraft. In diesen prachtvoll gestalteten Räumen entstand der frühe Geist des Wettkampftennis.

Dann trat das Spiel auf dramatische Weise ins Licht der Geschichte. Im Juni 1789, in den turbulenten ersten Tagen der Französischen Revolution, wurden Mitglieder des Dritten Standes aus einer Sitzung der Generalstände ausgeschlossen. Aus Protest versammelten sie sich in der Salle du Jeu de Paume in Versailles und legten den berühmten Ballhausschwur ab, in dem sie versprachen, nicht auseinanderzugehen, bis eine Verfassung geschaffen war. In diesem Moment wurde ein königliches Spiel zu einem revolutionären Symbol und verband den Sport für immer mit Widerstandskraft, Einheit und Wandel.

Obwohl Jeu de Paume in den folgenden Jahrhunderten an Popularität verlor, verschwand es nie vollständig. Das Spiel verlagerte sich nach draußen, passte sich dem Rasen an und brachte das sogenannte Lawn Tennis hervor, eine neue Form, die von den Briten übernommen und schließlich weltweit verbreitet wurde. Doch das ursprüngliche Spiel lebt weiter. Im Englischen als Real Tennis oder Court Tennis bekannt, wird Jeu de Paume heute noch auf weniger als fünfzig historischen Courts in Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den USA und Australien gespielt. Eine stille, aber leidenschaftliche Gemeinschaft bewahrt diese Tradition und hält die Verbindung zu einer der ältesten Rückschlagsportarten der Geschichte lebendig.

Wenn du also das nächste Mal ein Wimbledon-Match ansiehst oder ein Racket in die Hand nimmst, erinnere dich daran, dass dieser Weltsport nicht mit Aufschlägen von der Grundlinie oder kraftvollen Schlägen begann, sondern mit Mönchen in Gewändern und Adligen in Seide, die einem Lederball durch steinerne Hallen nachjagten.

Bei The ACE Hub lassen wir uns von der zeitlosen Eleganz und Entwicklung des Tennissports inspirieren, von Jeu de Paume bis heute. Entdecke unsere neueste Kollektion, die das Erbe der Sportart und ihren beständigen Wandel würdigt.

Explore all ACE stories →

Bei The ACE Hub gehen wir über die Grundlinie hinaus. In dieser fortlaufenden Serie tauchen wir in die faszinierende Welt des Tennis ein und erzählen unentdeckte Geschichten von ikonischen Courts, legendären ACE-Momenten und der zeitlosen Geschichte, die den Sport auf und neben dem Platz geprägt hat. Von historischen Grand-Slam-Erfolgen bis zu versteckten architektonischen Schätzen: hier treffen Leidenschaft und Vermächtnis aufeinander. Egal ob langjähriger Fan oder neu im Spiel, The ACE Hub bringt dich näher an die Geschichten, die die Seele des Tennis ausmachen.

Alle ACE-Stories entdecken →